Ein schöner Brauch lebt wieder auf: Das Osterlachen

Vor allem in Süddeutschland, insbesondere in Bayern, wird am Ostermontag ein uralter Brauch wieder lebendig – das Osterlachen! Der Pfarrer erzählt von der Kanzel herunter Witze oder lustige Begebenheiten aus seiner Gemeinde, die versammelten Gläubigen lachen, oft laut und herzhaft!! Das ist gewollt; denn Ostern, der Tag der Auferstehung, bedeutet zugleich die Überwindung des Todes und des Teufels……

Historisch geht der Brauch auf das 14. und 15. Jahrhundert zurück – wurde aber im 16. und 17. Jahrhundert bereits wieder verboten… auch Martin Luther schaffte das Osterlachen ab. Es erschien den Kirchenherren zu klamaukhaft – im christlichen Kontext galt Lachen schon immer als verdächtig, weil es die Angst der Gläubigen vor Bestrafung, Fegefeuer und Tod ad Absurdum führte.

Warum wird dann heute in manchen Gemeinden an Ostern wieder herzhaft gelacht? Das Osterlachen ist ein Lachen TROTZDEM…. jeder Mensch wird sterben, aber der Tod ist nicht das Ende!

Betrachtet man die Quintessenz aus dem Roman „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, dann läuft es darauf hinaus, dass die Morde an den Klosterbrüdern, die der greise und blinde Mönch Jorge von Burgos inszeniert nur deshalb geschehen, weil er das Buch der Poetik von Aristoteles für Teufelswerk hält; denn es handelt vom Lachen – „Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben,“ davon ist Jorge überzeugt. Wie gut, dass wir heute lachen dürfen und fröhliches Lachen in der Kirche, wenigstens an Ostern, wieder praktiziert wird!

Deshalb veröffentlichen wir an dieser Stelle einige nette Witze, die vor einigen Jahren auf den Seiten von
www.anderezeiten.de veröffentlicht wurden…. Viel Spaß wünschen wir unseren Lesern beim Osterlachen!!

An dieser Stelle noch ein Auszug aus: Renate Lachmann, Ulrich Gaier in „Aufsatz vom Lachen“ –
„Osterlachen, (lat.) Risus paschalis, rituelles Lachen, hat eine tödliche Rückseite: Es durchbricht, was dem Leben vernichtend entgegensteht, der Schrecken des Todes sitzt ihm im Nacken. Ein Paradebeispiel: der komische Teufel. Der Teufel, als Inbegriff alles Bösen, Negativen und des Todes, ist durch Christi Auferstehung entmachtet worden, seine groteske Fratze ist komisch, weil das Grauen, das sich in ihr ausdrückt, letztlich ohnmächtig ist…
 

***** Und hier findet der Leser einige nette Witze, die zum Thema „Osterlachen“ passen….


Der neue Pastor hat gerade sein Büro bezogen, als der Küster zur Tür rein kommt.  ‚Na, besser, ich verschaffe mir gleich Respekt!’, denkt er, nimmt den Telefonhörer in die Hand und spricht: „Aber ja, Herr Superintendent. Genauso werde ich es machen. Und nochmals vielen Dank für die Gratulation, schönen Gruß an meinen Freund, den Bischof.“ Danach legt er auf und fragt den Küster: „Und, was kann ich für Sie tun?“ – „Nichts, Herr Pastor. Ich will nur Ihr Telefon anschließen.“
 
Der Papst besucht zum ersten Mal eine Sauna und ist begeistert: „So gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Das machen wir morgen gleich noch einmal.“ Worauf ihm ein Würdenträger ins Ohr flüstert: „Eure Heiligkeit, morgen geht’s nicht, da ist gemischte Sauna.“ Darauf der Papst: „Das macht doch nichts. Mit den paar Protestanten werden wir auch noch fertig.“
 
Ein Prediger predigt lange, sehr lange. Plötzlich steht einer der Zuhörer auf und geht. Der Prediger ruft ihm hinterher: „Wo gehen Sie hin?“ „Zum Friseur“, antwortet der Gefragte. „Da hätten Sie auch vor der Predigt hingehen können!“ „Da war’s noch nicht nötig.“ 

Und noch ein Witz, der mir so oder ähnlich erzählt wurde:

Ein US-Bürger lässt sich von einem israelischen Fischer für eine Sight-Seeing-Tour über einen kleinen See rudern. Da fällt ihm ein, dass er sich vor der Abfahrt gar nicht nach dem Preis für die Überfahrt erkundigt hat…. und holt dies nun nach. Der Fährmann nennt die Summe von fünfzig US-Dollar! Der Amerikaner tobt: „Unverschämt, das ist Wucher!!“ – der Fischer bleibt ganz cool und gibt zu bedenken, „Das ist auch ein ganz besonderer See. Hier ist schon Jesus über das Wasser gegangen!“ – Der Fahrgast trocken: „Bei dem unverschämten Preis ist das kein Wunder!!


Text: Roswitha Bosch, TV3
Bild: commons.wikimedia.org – Ostereierstrauß vor Pfarrhaus / Kirche Kleinstruppen, Kirchberg
Autor: Jörg Blobelt CC-BY-SA-4.0