Eine Fabel aus Afrika: Elefant und Kolibri…

… diese wundervolle kleine Geschichte stammt ursprünglich aus Afrika – der Autor ist unbekannt.
Sie wird seit vielen Jahren auch den Kindern in Italien erzählt und von dort gelangte sie über Facebook jetzt zu uns. Sie wurde zum weltweiten Synonym für den Zusammenhalt in der Gesellschaft im Sinn von
„Nur gemeinsam sind wir stark“… deshalb passt sie in Zeiten der Corona-Krise sehr gut in unser neues Online-Magazin. Aber machen Sie sich selbst ein Bild:

„Eines Tages brach ein großes Feuer im Urwald aus. Als das Feuer sich immer mehr ausbreitete und ihren Lebensraum zerstörte flohen alle Tier angesichts der vorrückenden Flammen in Angst und Schrecken. Löwen, Zebras, Elefanten, Nashörner, Gazellen und viele andere Tiere suchten in den Gewässern des großen Flusses Zuflucht, aber inzwischen war das Feuer auch dort angekommen. Während sich alle lebhaft darüber stritten, was zu tun sei, tauchte ein sehr kleiner Kolibri in den Fluss und nahm einen Wassertropfen in seinen Schnabel. Ungeachtet der großen Hitze ließ er ihn über dem lichterloh brennenden Urwald fallen. Das Feuer hat den winzigkleinen Wassertropfen nicht einmal bemerkt und fraß sich, vom Wind getrieben, immer tiefer in den Wald hinein. Der kleine Kolibri verlor jedoch nicht den Mut und tauchte weiter, um jedes Mal einen kleinen Wassertropfen aufzufangen, den er auf die Flammen fallen ließ.

Sein Tun blieb nicht unbemerkt, und an einem bestimmten Punkt rief ihn der Löwe und fragte ihn: „Was machst du da?“ Der kleine Vogel sagte zu ihm: „Ich versuche, das Feuer zu löschen!“ Der Löwe lachte: „Du bist so klein und tust so, als ob du die Flammen aufhalten könntest?“ Der Löwe und all die anderen Tiere lachten und fingen an, sich über den Kolibri lustig zu machen. Aber der kleine Vogel warf sich ohne Rücksicht auf Lachen und Kritik zurück in den Fluss, um einen weiteren Wassertropfen aufzufangen. Bei diesem Anblick stürzte ein kleiner Elefant, der bis dahin zwischen den Beinen seiner Mutter geschützt war hervor, tauchte seinen Rüssel in den Fluss und spritzte, nachdem er so viel Wasser wie möglich aufgesaugt hatte, dieses auf einen Busch, der vom Feuer gefressen werden sollte. Sogar ein junger Pelikan, der seine Eltern in der Mitte des Flusses zurückließ, füllte seinen großen Schnabel mit Wasser und ließ ihn auf der Flucht wie einen Wasserfall auf einen von den Flammen bedrohten Baum fallen.

Von diesen Beispielen angesteckt, taten die kleinen Tierkinder gemeinsam ihr Bestes, um das Feuer zu löschen, das nun die Ufer des Flusses erreicht hatte. Trotz alter Feindschaften und tausendjähriger Trennungen kämpften das Löwen- und Antilopenjunge, das Affen- und Leopardenjunge, das Weißkopfadlerjunge und ein kleiner Hase Seite an Seite, um das Feuergefecht zu stoppen. Bei diesem Anblick hörten die Erwachsenen auf, sie zu verspotte, und begannen voller Scham, ihre Kinder zu unterstützen. Mit neuen, vom Löwenkönig gut organisierten Kräften, konnte das Feuer endlich gezähmt werden. Als die Schatten des Abends auf die Savanne fielen, versammelten sich alle Tiere, schmutzig und müde, aber in Sicherheit am Fluss, um ihren Sieg über das Feuer zu feiern.

Der Löwe rief den kleinen Kolibri zu sich und sagte zu ihm: „Heute haben wir gelernt, dass das Wichtigste nicht darin besteht, groß und stark zu sein, sondern voller Mut und Großzügigkeit. Heute hast du uns gelehrt, dass selbst ein Tropfen Wasser wichtig sein kann und dass wir gemeinsam ein großes Feuer löschen können. Von nun an sollst Du, kleiner Kolibri, das Symbol unserer gemeinsamen Bemühungen sein für den Aufbau einer besseren Welt, in der es Platz für alle gibt, in der die Gewalt verbannt, das Wort Krieg ausgelöscht und der Hungertod nur noch eine schlechte Erinnerung ist“…

Unser Dank für diese tiefsinnige kleine Fabel geht an Monk Pietrasanta/ FABRIK ITALIA, der sie für uns aus dem Italienischen übersetzt hat…

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