Dicke Mauern, hohe Türme…

Ein interessanter Beitrag des Rosgartenmuseum Konstanz

Die stolze Handelsstadt Konstanz schützte ihre BürgerInnen im Mittelalter durch eine dicke Mauer und mächtige Türme, von denen heute nur noch drei im Stadtbild zu sehen sind: das Schnetztor, der Rheintorturm und der Pulverturm.

Einst ragten fast dreißig Türme über die Umfassungsmauer der Stadt am Bodensee und ermöglichten mit ihren Toren den Ein- und Ausgang. Über Jahrhunderte war dieses Bollwerk immer wieder hart umkämpft. Als die Wehranlagen von der Technik der Kriegskunst längst überholt und im Unterhalt zu teuer geworden waren, brach man sie weitestgehend im 19. Jahrhundert ab. Vereinzelt sind Mauerreste heute noch in Wohnhäusern zu finden.

Fast drei Kilometer, bekrönt von Wehrgängen und Zinnen, zog sich die mächtige Mauer um die Innenstadt des 15. Jahrhunderts. An den dicksten Stellen war sie fast 1,30m breit und zwölf Meter hoch. Das Aussehen der mittelalterlichen Umfassungsmauer hat sich in zahlreichen Stichen, Zeichnungen und Gemälden erhalten, frühe Fotos zeigen den Zustand aus dem 19. Jahrhundert.

Rosgartenmuseum: Nikolaus Hug, Obere Mauer mit Pulverturm von Südosten um 1841, Inv.-Nr.1957 140 2.jpg

Heute sind die drei Türme fest in der Hand der Narren. Das Schnetztor gilt seit 1978 als Baudenkmal von nationaler Bedeutung und beherbergt die Zunftstube der Blätzlebuebezunft. Der Rheintorturm dient den Konstanzer Fanfarenzügen als Probelokal und Treffpunkt und beherbergt das Fasnachtsmuseum. Im Pulverturm hat eine Konstanzer Narrenzunft ihr Zunfthaus gefunden.

Bildunterschrift Beitragsbild:
Unbekannter Künstler, o.T. (Konstanz, Mauer zwischen Schottenturm und Paradieser Torturm),
kurz vor 1848, Öl auf Holz, Rosgartenmuseum Konstanz (Inv.Nr. T 693) Hier sind eindrücklich die Dimensionen der einstigen Stadtmauer von Konstanz zu erkennen. Teile des mit Holz überdachten Wehrgangs sind noch intakt.


Rudolf Zimmermann, Rheintorturm vom Nordosten, um 1850, Federzeichnung,
Rosgartenmuseum Konstanz (Inv. Nr. T 365)
Darstellung des Turms mit hölzernem Teil der Brücke vom Rhein aus
Joseph N. Heinemann, Schnetztorturm von Norden, Mitte 19. Jh.,
Blick aus der Hussenstraße auf die Innenfassade des Torturms. Vorn rechts das Hus-Haus und auf der Straße mehrere Spaziergänger.
Johann Georg Steiner, Pulverturm im Südwesten, 1839, Federzeichnung, Rosgartenmuseum , (Inv. Nr. T375)
Darstellung des Turms mit der an seiner Südseite angebauten Brücke über den Jesuitengraben
und Anfang der westlichen Mauer. Links hinten ist der Rhein zu sehen mit zwei Brückenbögen.