EINE PILGERSTÄTTE FÜR VISIONEN…

Der Luma-Campus im südfranzösischen Arles

Es dürfte das Spektakulärste sein, was seit der antiken Arena im südfranzösischen Arles entstanden ist: Der Luma Arles-Campus, welcher derzeit auf einem ehemaligen Industriegelände vor seiner Vollendung steht. Weithin sichtbares neues Wahrzeichen der Stadt in der Region Provence-Alpes-Cote d’Azur ist der 56 Meter hohe, unregelmäßige Turm des kalifornischen Star-Architekten und Designers Frank O. Gehry (u.a. Guggenheim-Museum, Bilbao und Neuer Zollhof, Düsseldorf).

Wo einst vor rund 130 Jahren Vincent van Gogh auf dem Weg nach Marseille zunächst dem klaren Licht des Südens am Eingang zur Camargue und dann dem Wahnsinn verfallen ist, schafft die Luma-Stiftung der Basler Kunstsammlerin Maja Hoffmann (Hoffmann-La Roche) ein mehr als bemerkenswertes Projekt. Park und Gebäude des Luma Arles sollen 2021 vollendet werden, sind aber jetzt schon ganzjährig zu begehen.
Das Projekt ist so spannend, weil es weit mehr als Kunst- und Kulturstätte ist. Es ist als Schmelztiegel unterschiedlicher Akteure aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Medien gedacht.

Hier sollen neue Ideen und Visionen im Geiste von Vielfalt und Nachhaltigkeit entstehen. Ganz nah am Publikum und der Bevölkerung. Schon im ungeschliffenen Zustand wirkt das Gelände inspirierend und ist für Gäste eine attraktive Ergänzung zum historischen Arles.

2020 finden zahlreiche Veranstaltungen im Luma-Campus statt. Von 29. Juni bis 20. September ist er Teil einer bedeutenden Werkschau: Seit 1969 findet die Ausstellung „Rencontres de la Photographie d’Arles“ für zeitgenössische Kunstfotografie statt.

Text und Fotos: © Jürgen Weber, Querwege® für TV3